Ausgabe: Oktober 2002
Die Spam-Flut bewältigen
Als Spam bezeichnet man unerwünscht zugesandte Werbe-E-Mails. Wer sich im Internet bewegt oder eine eigene Website hat, auf der eine E-Mail-Adresse angegeben ist, wird früher oder später von Spam belästigt. Dagegen lässt sich etwas unternehmen.
E-Mail-Adresse schützen
E-Mail-Adressen nicht leichtfertig zu verbreiten genügt nicht. Haben Sie eine eigene Website, so werden Sie eine E-Mail-Adresse veröffentlichen müssen. Diese lässt sich auf verschiedene Arten schützen. Einerseits können Sie eine eigens für die Website eingerichtete E-Mail-Adresse verwenden. Dieses E-Mail-Konto prüfen Sie dann speziell vorsichtig auf Spam und Virenmails. Aber auch eine auf einer Website veröffentlichte E-Mail-Adresse kann mit verschiedenen Methoden geschützt werden. Der Gebrauch der Adresse darf dabei nicht eingeschränkt werden, es gilt aber die Spambots, also die E-Mail-Adressen-Suchroboter, auszutricksen. Diese Programme werden jedoch stetig verbessert, so dass auch eine gut geschützte E-Mail-Adresse früher oder später gefunden wird. Wenn wir Ihre Website erstellen, schützen wir dennoch Ihre E-Mail-Adressen so gut wie wir können. Wenigstens die älteren Spambots lassen sich so ausbremsen.
Reagieren Sie, ausser bei absolut vertrauenswürdigen Quellen, nie auf eine Aufforderung, sich aus der Verteilliste auszutragen. Egal, wie diese Möglichkeit auch formuliert ist, meist wird dies nur benutzt um festzustellen, dass Ihre E-Mail-Adresse tatsächlich verwendet wird. Rechnen Sie mit erhöhtem Spam-Aufkommen, wenn Sie solchen Aufforderungen nachkommen. Dies gilt natürlich nicht bei Verteilerlisten, bei denen Sie sich selber und freiwillig eingetragen haben wie bestellte Newsletter u.ä.
Spam bearbeiten
Es gibt zahlreiche Programme zum Schutz vor Spam. Ein besonders gelungenes und als Freeware vertriebenes Programm möchten wir Ihnen vorstellen. Freeware heisst, es ist gratis erhältlich. Es heisst Mailwasher, verfügt über einen umfangreichen Funktionsumfang und ist dennoch leicht zu bedienen.
Sie können das Programm von der Mailwasher-Website herunterladen. Der Download ist etwa 1.5 MegaByte gross. Die Gratis-Version ist beschränkt auf 1 E-Mail-Konto. Die Pro-Version mit einigen Programm-Verbesserungen, einfacherer Bedienbarkeit, unlimitiertem Support (Englisch), ohne Beschränkung auf E-Mail-Konten und mit Unterstützung von Hotmail-Konten, gibt es bei Firetrust für rund 30 US-Dollar. Nach der Installation müssen Sie Ihre E-Mail-Konten konfigurieren, wobei Mailwasher, jenachdem welches E-Mail-Programm von Ihnen verwendet wird, diese Einstellungen automatisch importieren kann. Sie können nun auch eine schwarze («Blacklist») und eine weisse Liste («Friend's list») erstellen mit Spam-Sender bzw. Kunden/Freunden-Adressen. Zusätzlich können Sie eigene Filter erstellen, um Spam auf der Grundlage gewisser Merkmale automatisch zu erkennen (z.B. Text enthält «Porn» oder «Viagra»). Die leicht verständliche Anleitung hilft Ihnen dabei, sofern Sie der englischen Sprache mächtig sind.
Sind alle Einstellungen vorgenommen, können Sie mit Mailwasher Ihre E-Mails direkt auf dem Mailserver prüfen. Sie laden dabei die E-Mails noch nicht auf Ihren Computer, die E-Mails verbleiben auf dem Server! Sie können die E-Mails anschauen, löschen, in die schwarze Liste schreiben und vieles mehr. Wenn Sie ein einzelnes E-Mail lesen, wird dies im Textmodus angezeigt, auch wenn das E-Mail HTML-Code enthält. Dies schützt Ihre Privatsphäre und Ihren Computer vor möglichem Virenbefall. Sind Sie fertig mit dem Bearbeiten der E-Mails, können Sie die verbliebenen E-Mails ganz normal mit Ihrem bisherigen E-Mail-Programm (wie z.B. Outlook, Eudora, TheBat) herunterladen.
Sie können die Spam-Mails auch «bouncen» und sie erst danach löschen. Wenn Sie eine E-Mail an eine ungültige Adresse senden erhalten Sie vom empfangenden Mail-Server einen «Bounce» mit dem ungefähren Inhalt «The e-mail-address had permanent fatal errors...». Dieser Bounce informiert Sie darüber, dass die E-Mail-Adresse, an die Sie die Nachricht senden wollten, nicht existiert. Mailwasher kann auf Wunsch solche Bounces versenden. Der Empfänger des Bounces hat keine Möglichkeit festzustellen, ob der Bounce wirklich vom Mail-Server oder eben von Ihnen selber kommt. Auf diese Weise kann es geschehen, dass Ihre E-Mail-Adresse aus einer Verteilerliste gelöscht wird, was mittelfristig das Spam-Aufkommen reduziert. Mancher Bounce läuft ins Leere, weil die angegebene Reply-Adresse falsch ist. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: betreiben Sie Ihren Mailserver selber, so erhalten Sie Ihrerseits einen Bounce zurück. Mailwasher kann diese «Re-Bounces» vollautomatisch löschen. Oder Sie verwenden den Mailserver eines Dritten (Ihres Internet-Zugangsproviders oder eine POP3-fähige Weblösung wie GMX u.a.), so erhalten diese den Re-Bounce. Das wird sie nicht kümmern, solche Bounces werden automatisch gelöscht.
Download: Mailwasher
Anmerkung: wir haben keine geschäftliche Verbindung mit dem Hersteller dieses Programmes und lehnen jede Verantwortung jeder Art ab. Wir empfehlen dieses Programm, weil wir selber hervorragende Erfahrungen damit gemacht haben.
Rechtliche Schritte
In der Schweiz sind wir noch nicht soweit, dass Spammer ohne unverhältnismässigen Aufwand verfolgt werden könnten. Es gibt jedoch Anleitungen im Internet, welche Ihnen dabei helfen, den wahren Absender eines Spammers herauszufinden, damit Sie sich beschweren können, selbst wenn der Absender alle möglichen Tricks zur Vertuschung verwendet hat. Wie Sie mit Spam-Mails umgehen, sei Ihnen überlassen. Wir beschränken uns vorerst darauf, Spam direkt auf dem Mailserver zu löschen, Bounces zu senden und keinesfalls auf Angebote einzugehen, die per unerwünschtem E-Mail eintreffen.
Links dazu:
- Motion von Nationalrätin Simonetta Sommaruga (Juni 2000)
- Richtiger E-Mail-Absender ausfindig machen (Mail-Header verstehen), von Simon Ramseier
- PCtip-Artikel zum Thema Spam (Februar 2001) im PDF-Format
- Presseerklärung der «Swiss Internet User Group» SIUG
puredesign.ch Webdesign, Regensdorf bei Zürich, Schweiz.
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